Gase aus der Stahlindustrie


Bei Stahlproduktionsprozessen fallen große Mengen an Sondergasen an. Für die Nutzung von Gasen aus der Stahlindustrie in Jenbacher Gasmotoren wurde ein erheblicher Forschungsaufwand betrieben. Bereits 1995 wurden die ersten Jenbacher Gasmotoren von GE für Koksgas und 2004 für LD-Konvertergas installiert.

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Koksgas

Bei der Verkokung wird Steinkohle unter Luftabschluss erhitzt. Die Kohle schwelt für etwas mehr als 24 Stunden in den schmalen Kammern eines Ofens, bevor der entstandene Koks in glühendem Zustand von Spezialmaschinen aus dem Ofen gedrückt wird. Anschließend wird er unter einen Löschturm gefahren, wo er mit Wasser gekühlt wird.

Der so erzeugte, kohlenstoffreichere Koks wird hauptsächlich bei der Roheisenerzeugung im Hochofen eingesetzt. Bei der Verkokung entsteht Koks, Koksgas und Teer. Hauptbestandteile des Koksgases sind Wasserstoff, mit einem Anteil von etwa 50-60%, Methan, das etwa 15-30% ausmacht, und Kohlenstoffmonoxid. Bevor das Koksgas als Kraftstoff für einen Verbrennungsmotor verwendet werden kann, muss es von den schwer flüchtigen Kohlenwasserstoffen gereinigt werden, die zu Kondensatbildung führen.

Weitere Gasarten


Konvertergas

Konvertergas entsteht während des Stahlproduktionsprozesses aus Roheisen und besteht aus rund 65% Kohlenmonoxid, 15% Kohlendioxid, 15% Stickstoff sowie kleinen Mengen Wasserstoff und Methan. Konvertergas hat mit seinem hohen Gehalt an Kohlenmonoxid eine niedrige Verbrennungsgeschwindigkeit und ist hochgiftig. GE hat das spezielle Jenbacher Motor-Verbrennungssystem entwickelt, bei dem das Gas effizient und zuverlässig verbrennt. Außerdem bietet GE ein Sicherheitstechnologiepaket, mit dessen Hilfe toxische Gase wie Kohlenmonoxid sicher gehandhabt werden können.

Beide Gase können zur Erzeugung von Heißwasser, Dampf und Elektrizität eingesetzt werden. Das heiße Wasser und die Abgase aus den Gasmotoren werden in Dampferzeuger geleitet. Der dort entstehende Dampf kann wiederum in den Stahlproduktionsprozessen verwendet werden. Die von Jenbacher Gasmotoren erzeugte Elektrizität kann entweder vor Ort genutzt oder ins öffentliche Netz eingespeist werden. Bei Konvertergas kann ein elektrischer Wirkungsgrad von bis zu 37% erreicht werden, bei Koksgas liegt dieser noch höher.